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Hüte sind die gängigsten Kopfbedeckungen

Hüte wurden bereits seit Anbeginn der Zeit getragen. Die Handwerker im Griechenland der Antike hatten schon eine runde Kopfbedeckung auf. Die Griechen aus reicheren Häusern erkannte man oft an den sogenannten Petasos, Hüte, die mit einem Band um den Hals gebunden wurden. Die Römer trugen spitze Hüte zu gewissen Festlichkeiten und formalen Anlässen. Der Hut war ein Symbol der Unabhängigkeit. . Leibeigene, denen die Freiheit geschenkt wurde, erhielten einen Hut.

Im Jahre 1000 n. Chr. gab es im deutschsprachigen Gebiet die allerersten Hüte. Der Strohhut war ein Merkmal des Stammes der Sachsen. Eine erstmalige Nennung der Gilde der Hutmacher in Deutschland gab es laut Geschichtsbücher 1360. Die Mode des 16. Jahrhunderts waren Hüte, die eine Krempe hatten und nach oben hin spitz waren. Man trägt diese Form von Hüten immer noch, besonders auf Festen in Tirol ist dieses der Fall. Auch der Zylinder kam zu dieser Zeit auf. Im 19. Jahrhundert kam die Haube auf den Markt. Überladen mit Verzierung und sehr prächtig waren die Hauben, die im Biedermeier getragen wurden. Damals nannte man diese Hüte Schuten und man stellte sie aus Stroh, Seide oder Atlas her. Auch die Schuten hatten ein Band, das um das Kinn gebunden wurde.

Die Herren zeigten in vielen Fällen ihre politische Haltung mit den Hüten, die sie trugen. In Schweden wurde auch eine Partei gegründet, die den Namen „Hüte“ hatte. Wer zum Beispiel demokratisch eingestellt war, der trug zu gewissen Zeiten einen grauen Filzhut. Nach und nach wurden immer größere Hüte getragen. Die Damen trugen ab ca. 1850 sogenannte Tellerhütchen, die recht klein waren und, wie der Name schon sagt, die Gestalt von Tellern hatten. 1900 trug man schon große Prachthüte, die so groß wie ein Wagenrad waren. Diese Kopfbedeckungen waren auch Merkmal für den für finanziellen Wohlstand. Viele prunkvolle Details zierten sie zu dieser Zeit. Man schmückte die Kopfbedeckungen mit Blüten, Spitze oder besonders exotischen Federn von Paradiesvögeln.

In den 1920ern kam das Pendant dazu auf den Markt. Man respektive Frau trug plötzlich Hüte, die die Form von Töpfen oder Glocken hatten. Diese Mode war Ausdruck für die emanzipierte Frau, die ihre Eigenverantwortung und ihren Stolz darauf zeigen wollten. Das Tragen der Hüte verlieh der zeitgenössischen Mode einen männlichen Touch. Mit den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts und den Resultaten der Weltwirtschaftskrise wurde die Frau im beruflichen Leben mehr zurückgedrängt. Mehr und mehr Menschen waren nun arbeitslos und die meisten Frauen blieben nun zuhause. Die Kleidung und die Accessoires wurden nun wieder femininer und enger anliegend. Getragen wurden jetzt eher kleine Hüte, die man schief auf dem Kopf setzte. Auch sehr außergewöhnliche und phantasievolle Hutmodelle prägten diese Zeit. Während des Zweiten Weltkrieges kamen, an Anlehnung an die Uniform, kleine Schiffchen als Kopfbedeckung in Mode. In den 1950er Jahren hatte Christian Dior seinen Durchbruch in der Modeszene und seitdem war auch in der Hutmode alles gestattet. Eher kleine, neckische Hüte wurden genauso getragen wie große, prachtvolle Kopfbedeckungen. Ein alltägliches Kleidungsstück ist der Hut nicht mehr. Die Baseballkappen haben die klassische Kopfbedeckung bei den Jugendlichen verdrängt.