Wer ein Restaurant, eine Arztpraxis, ein Hotel oder ein Geschäft online sucht, möchte häufig schon vor dem ersten Besuch wissen, was ihn vor Ort erwartet. Öffnungszeiten und Bewertungen sind wichtig. Fotos helfen ebenfalls weiter. Noch anschaulicher wird der Eindruck, wenn sich die Räumlichkeiten virtuell erkunden lassen.
Genau dafür eignen sich Google 360-Grad-Aufnahmen. Statt nur einen einzelnen Bildausschnitt zu sehen, können Interessenten den Blick in alle Richtungen bewegen und sich dadurch ein deutlich besseres Gefühl für die Räumlichkeiten verschaffen. Werden mehrere Aufnahmen miteinander verbunden, entsteht daraus ein virtueller Rundgang.
Was sind Google 360-Grad-Aufnahmen?
Eine normale Kamera nimmt einen bestimmten Ausschnitt eines Raumes auf. Bei einer 360-Grad-Kamera wird dagegen die gesamte Umgebung erfasst. Das Ergebnis ist ein Panoramabild, in dem sich der Betrachter später frei umsehen kann.
Für Unternehmen ist das besonders interessant, weil sich damit nicht nur einzelne Details zeigen lassen. Der gesamte Raum wird sichtbar. Ein Besucher kann beispielsweise erkennen, wo sich der Eingang befindet, wie der Empfang gestaltet ist oder wie die einzelnen Bereiche eines Restaurants miteinander verbunden sind.
Google ermöglicht es Unternehmen, entsprechende Bilder auf Google Maps beziehungsweise über das Google-Unternehmensprofil sichtbar zu machen. Eigene 360-Grad-Fotos können dabei unter bestimmten Voraussetzungen selbst hochgeladen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen professionellen Fotografen mit der Erstellung zu beauftragen.
Vom einzelnen Panorama zum virtuellen Rundgang
Ein einzelnes 360-Grad-Foto vermittelt bereits einen guten räumlichen Eindruck. Ein vollständiger Rundgang geht jedoch noch weiter.
Hierfür werden mehrere Aufnahmepunkte innerhalb der Räumlichkeiten festgelegt. Zwischen diesen Punkten kann sich der Nutzer später bewegen. So entsteht beispielsweise ein Rundgang vom Eingang über den Empfang bis in den Verkaufsraum oder vom Eingangsbereich eines Restaurants weiter in den Gastraum.
Die Auswahl der Standorte sollte gut geplant sein. Werden die Aufnahmepunkte zu weit voneinander entfernt gesetzt, fehlen möglicherweise wichtige Bereiche. Liegen sie zu dicht beieinander, wird der Rundgang unnötig umfangreich. Ein erfahrener 360-Grad-Fotograf kann deshalb bereits bei der Planung festlegen, welche Perspektiven für den jeweiligen Standort sinnvoll sind.
Warum 360-Grad-Aufnahmen für Unternehmen interessant sind
Der entscheidende Vorteil liegt in der unmittelbaren Darstellung der Räumlichkeiten. Ein einzelnes Foto zeigt immer nur das, was der Fotograf ausgewählt hat. Bei einer 360-Grad-Aufnahme entscheidet der Besucher selbst, wohin er schauen möchte.
Das kann einen Unterschied machen, wenn das Ambiente oder die Raumgestaltung Teil des Angebots ist. Ein Restaurant kann seine Atmosphäre zeigen, ein Hotel seine Lobby oder einen Veranstaltungsbereich. Eine Arztpraxis kann neuen Patienten einen ersten Eindruck vom Empfang und Wartezimmer vermitteln.
Auch Geschäfte können davon profitieren. Wer bereits online sehen kann, wie ein Laden aufgebaut ist, bekommt einen besseren Eindruck davon, was ihn beim Besuch erwartet.
Google Maps als digitaler Schaukasten
Für viele Unternehmen ist Google Maps ein wichtiger Bestandteil der lokalen Auffindbarkeit. Wer nach einem bestimmten Betrieb sucht, erhält dort häufig bereits eine ganze Reihe von Informationen: Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Bewertungen und Fotos.
360-Grad-Aufnahmen können diesen Auftritt ergänzen. Interessenten müssen nicht erst auf einer externen Website nach Bildern suchen, sondern können sich direkt im Umfeld des Google-Eintrags einen Eindruck von den Räumlichkeiten verschaffen.
Gerade bei Unternehmen, die stark von Laufkundschaft oder lokalen Suchanfragen profitieren, kann das eine interessante Ergänzung des Onlineauftritts sein. Google beschreibt Unternehmensfotos ausdrücklich als Möglichkeit, potenziellen Kunden einen Eindruck von einem Geschäft beziehungsweise den dort angebotenen Leistungen zu vermitteln.
Wie entstehen professionelle Google 360-Grad-Aufnahmen?
Für hochwertige Panoramen werden spezielle 360-Grad-Kameras eingesetzt. Sie nehmen die Umgebung aus mehreren Richtungen auf und erzeugen daraus ein vollständiges Bild.
Die Technik allein macht allerdings noch keinen guten Rundgang. Entscheidend sind ebenso die Positionierung der Kamera, die Lichtverhältnisse und die Vorbereitung der Räume. Ein Fotograf muss außerdem darauf achten, dass wichtige Bereiche nicht durch Möbel, Türen oder andere Gegenstände ungünstig verdeckt werden.
Vor dem Aufnahmetermin sollten die Räumlichkeiten deshalb ordentlich vorbereitet werden. Besonders bei Restaurants, Geschäften und Praxen empfiehlt es sich, den Termin außerhalb des normalen Kundenbetriebs zu legen. So entstehen weniger störende Personen im Bild und die Räume können in Ruhe vorbereitet werden.
Google nennt für 360-Grad-Fotos unter anderem Anforderungen an Auflösung, Bildformat und Bildqualität. Wer die Aufnahmen selbst erstellt, sollte diese technischen Vorgaben berücksichtigen.
Selbst aufnehmen oder einen Profi beauftragen?
Grundsätzlich können Unternehmen 360-Grad-Aufnahmen selbst erstellen und auf Google Maps veröffentlichen. Das kann für einzelne Panoramabilder durchaus ausreichend sein.
Soll jedoch ein hochwertiger Rundgang entstehen, ist professionelle Unterstützung oft sinnvoll. Ein Fotograf bringt nicht nur die entsprechende Kamera mit. Er weiß auch, welche Positionen geeignet sind, wie die Räume vorbereitet werden sollten und worauf bei der späteren Darstellung zu achten ist.
Gerade bei einem repräsentativen Unternehmensauftritt sollte die Qualität nicht unterschätzt werden. Eine schlecht ausgeleuchtete oder unvorteilhaft aufgenommene 360-Grad-Ansicht kann schließlich einen ebenso nachhaltigen Eindruck hinterlassen wie eine gute.
Datenschutz bei 360-Grad-Aufnahmen
Bei Innenaufnahmen sollte außerdem darauf geachtet werden, dass keine sensiblen Informationen öffentlich sichtbar werden. Das gilt besonders für Arztpraxen, Kanzleien und andere Unternehmen, in denen personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Offene Unterlagen, Computerbildschirme, Kundenlisten oder persönliche Gegenstände sollten vor der Aufnahme aus dem sichtbaren Bereich entfernt werden. Auch Personen sollten möglichst nicht unbeabsichtigt in den veröffentlichten Aufnahmen erscheinen.
Eine Aufnahme außerhalb der Öffnungszeiten erleichtert die Vorbereitung erheblich. Gleichzeitig sollte vorab festgelegt werden, welche Räume überhaupt öffentlich gezeigt werden sollen.
360-Grad-Aufnahmen und klassische Fotos kombinieren
Ein virtueller Rundgang ersetzt gute Unternehmensfotos nicht. Beide Formen der Darstellung haben unterschiedliche Stärken.
Ein klassisches Foto kann ein bestimmtes Detail besonders wirkungsvoll in Szene setzen. Bei einem Restaurant kann das beispielsweise ein schön gedeckter Tisch sein, bei einem Hotel ein Zimmer oder bei einem Geschäft eine besondere Produktpräsentation.
Die 360-Grad-Aufnahme vermittelt dagegen den Zusammenhang zwischen den einzelnen Bereichen. Besucher können sich selbst umsehen und bekommen dadurch ein Gefühl für die Größe und Gestaltung der Räumlichkeiten.
Die Kombination aus hochwertigen Fotos und einem virtuellen Rundgang ist daher für viele Unternehmen die interessanteste Lösung.
Google 360-Grad-Aufnahmen als Teil des digitalen Auftritts
Ein Unternehmen lässt sich online nicht nur über Texte und Kontaktdaten präsentieren. Bilder vermitteln Atmosphäre, schaffen Orientierung und helfen potenziellen Kunden dabei, eine Entscheidung zu treffen.
Google 360-Grad-Aufnahmen setzen genau an diesem Punkt an. Sie machen Räume sichtbar und ermöglichen Interessenten eine virtuelle Besichtigung, noch bevor sie den Standort tatsächlich besuchen.
Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vom jeweiligen Unternehmen ab. Wo Räumlichkeiten, Einrichtung und Atmosphäre eine wichtige Rolle spielen, können professionelle 360-Grad-Aufnahmen jedoch eine interessante Ergänzung für Google Maps und den gesamten Onlineauftritt sein.